Rezensionen:

Zeit der Namenlosen

Inhaltsangabe: Zeit der Namenlosen / Eine Dokumentation zum Thema Frauenhandel und Armutsvermarktung in Europa
Zeit der Namenlosen beleuchtet faktenreich und erschütternd das Thema Zwangsprostitution in Europa und verdeutlicht die inneren Zusammenhänge in einem Extrembereich der Warengesellschaft. Neben dem Drogen- und Waffenhandel gilt die Versklavung mittlerweile als das lukrativste Geschäft der Organisierten Kriminalität. Anhand der Aussagen von Opferzeuginnen, Mitarbeiterinnen rumänischer und deutscher NRO sowie Kriminalbeamter vom BKA Wiesbaden und dem Polizeipräsidium München werden in der Dokumentation von Marion Leonie Pfeifer die perfiden Strukturen des Frauenhandels aufgezeigt. In Westeuropa kommt der größte Teil der Opfer aus Weißrussland, der Ukraine, Tschechien, Rumänien und Bulgarien. Denn die Menschenhändlerringe brauchen keine aufwändige Beschaffungslogistik, wie sie bei Frauen aus Asien oder Afrika nötig wäre. Das macht den Markt auch für Händler aus Deutschland so attraktiv. Das Geschäft nimmt den schnellen Verschleiß der Frauen in Kauf. Mussten früher die Zuhälter noch darauf achten, dass ihre Opfer, ihr Humankapital, möglichst lange durchhielten, so spielt das seit der Osterweiterung der EU kaum noch eine Rolle. Der Nachschub ist schier unerschöpflich, trotz großer Nachfrage. Die inflationäre Ausbreitung der Prostitutionsstätten, auch in der Provinz und die damit verbundenen Dumpingpreise sowie die erhöhte Zahl der Betroffenen weist nach Auskunft von Fachleuten auf die Verbindung des Rotlichtmilieus zur Organisierten Kriminalität hin. Die Zahl der Zwangsprostituierten, die auch in „offiziellen“ Bordellen eingesetzt werden, steigt.

Sprecher: Peter Fricke u.a.

„Ein erschütterndes Zeitdokument über die sexuelle Ausbeutung von Frauen in der EU“
Inge Bell wurde 2007 für ihren humanistischen Dialog zwischen Ost- und Westeuropa mit der Auszeichnung „Frau Europas“ geehrt.
Sie ist Slavistikwissenschaftlerin, Buchautorin, führende Journalistin und Filmemacherin zum Thema Menschenhandel (ARD/ZDF/arte) und EU-Botschafterin.

Interviewpartner:
Opferzeuginnen
Heidemarie Rall 1. Kriminalhauptkommissarin BKA Wiesbaden
Uwe Dörnhöfer Kriminalhauptkommissar Polizeipräsidium München
Irmtrud Schreiner SOLWODI München
Sr. Adina SOLWODI Bukarest
Gabriela Chiroiu Youth Trafficking Prevention Caritas Bukarest
Corinna Panaite Adpare Bukarest

Filmverleih und Archiv: Bildwechsel Hamburg

Redaktion beckmann für Recherche zum Thema Menschenhandel

Campus TV Universität Tübingen

Kino&Co. www.movienetworx.de Filmtheater Union Fürstenwalde Brandenburg

KINOFANS.COM Filmtheater Union Fürstenwalde Brandenburg

RUNDFUNK:
Bayern 5 aktuell: Interview mit Filmemacherin zu „Zeit der Namenlosen“ / „Vergessen im Menschenwald“ Journalist: Hendrik Heinze
Bayern 2 und 3 berichtet über „Zeit der Namenlosen“ Journalist: Christoph Wittmann
SWR 1 Baden-Württemberg „Der Abend“ Redakteurin: Dörte Tebben
Radio Lora München „Das Magazin“ Kerstin Weiß
radio eins rbb

PRINTMEDIEN:
Süddeutsche Zeitung 4.1.2016 Nr. 2
SÜDWEST PRESSE Redakteurin: Dorothea Nitzsche
PNP Passauer Neue Presse Redakteurin: Elke Zanner
MAIN POST Journalistin: Ursula Lux
Hohenzollerische Zeitung
Rote Fahne Gelsenkirchen Redakteur: Matthias Sauter
Zeitschrift quer ver.di Redakteurin: Dagmar Fries

www.PRESSE-AUGSBURG.de
Metropolis Kinemathek Hamburg online-Artikel Filmteam Colon
Weltkirche online Redakteurin: Lena Kretschmann

Filmteam Colon Hamburg: Dokumentarfilm „Zeit der Namenlosen“ über Zwangsprostitution verbunden mit Menschenhandel in der EU
METROPOLIS Kino Hamburg
Im Film geht es vornehmlich um Frauen aus Osteuropa, die unter falschen Versprechungen nach Westeuropa gelockt werden, wo sie jedoch keine Tätigkeit als Verkäuferin oder Kellnerin erwartet, sondern wo sie zur Prostitution gezwungen werden. Teils haben sie im 10-, 20- oder 30-Minuten-Takt einen neuen Freier zu bedienen, und das 23 Stunden (!) am Tag. Ein Paradies für die Menschenhändler und Zuhälter (und Freier), die den Frauen das antun, dürfte Deutschland mit seiner liberalen Rechtsprechung sein. THE ECONOMIST spricht von Deutschland als einem riesigen Bordell („Prostitution in Germany – A giant Teutonic brothel“). Schlimm das im Film angeführte Beispiel eines Bordells: „Eine Frau, ein Bier, ein Würstchen für nur 8,90 Euro“. Etwa hundert Männer sollen dieses Angebot angenommen haben, ihnen sollen vier (!) Sexarbeiterinnen zur Verfügung gestanden haben. (...) Was ist das für eine Gesellschaft (eine Welt), in der Menschen (und vielleicht speziell Frauen) so viel Leid angetan wird (und nicht nur im Bereich der Prostitution). Gibt es eigentlich noch so etwas wie Empathie? Abschließend zum Film als Film: Das Thema ist wohl einfach zu bedrückend, als dass man auf die filmische Umsetzung achten würde. Aber ich fand die teils experimentellen Bilder, die vornehmlich in Schwarzweiß gedreht sind, als Unterstützung der Aussage und Wirkung sehr gelungen.

Mag. Hubert Sielecki / Künstler und Filmemacher Wien:
Der Film hat mich sehr fasziniert, ich habe ihn gebannt angesehen und dabei vieles gelernt was ich bis jetzt nicht wusste. Es ist doch eine sehr fremde Welt mit der ich bisher nichts zu tun hatte, aber die ich mir irgendwie erahnt habe. Der Film hat diese Ahnungen bestätigt, ja viel mehr, die Augen geöffnet in eine unglaublich brutale und rücksichtslose Welt der Kriminalität und Frauenverachtung mit den gigantischen Dunkelzahlen, die niemand kennt. Das kommt durch die exzellente Kamera mit den harten schwarz-weiß gegliederten Teilen mit den rot-bunten Unterbrechungen besonders radikal zur Geltung. Die Texte und Kommentare zu den Bildern sind schockierend, die Interviews aufwühlend. Zu diesem wichtigen Werk, das so engagiert von Ihnen geschaffen wurde, kann ich nur herzlich gratulieren. Ich weiß, wieviel Arbeit dahinter steckt, wieviel aufwändige Recherchen zum Ziel führen. Dieser Film klärt die Menschen auf und macht bewusst, was auf diesen dunklen Ebenen des Frauenhandels existiert. Der Film ist nicht nur dokumentarisch, er ist auch ein besonders künstlerisches Werk, von der Kamera über den Schnitt bis zur Dramaturgie. Viel Erfolg für Ihren großen Film!
Nach ihm ist der Hubert Sielecki-Preis benannt. HS wurde neben vielen Auszeichnungen der „Theodor-Körner-Preis“ verliehen. Er ist Vorstandsmitglied des Künstlerhauses Wien. Seine Filme sind u. a. auf der „Berlinale“ gelaufen.

Redaktion von luzi m (linke unabhängige Zeitung München):
Der Film „Zeit der Namenlosen“ beleuchtet faktenreich und erschütternd den Bereich der Zwangsprostitution in Europa und zeigt damit einen Extrembereich der Warengesellschaft. Vor dem Hintergrund des Hilfsprojekts SOLWODI, in dessen Umfeld der Film entstand, wird nicht eine Gesellschaft, die Menschen zu Waren macht, sondern lediglich der „Exzess“ dieser Warenform kritisiert. Auch das europäische Grenzregime, das derlei Armutsunterschiede und Entrechtungen erst möglich macht, bleibt im Film weitgehend von Kritik verschont. Dennoch ist der Film aufschlussreich und durchaus sehenswert.

Agatha Power:
Die Dokumentation spiegelt deutlich die Brutalität und die Abartigkeit dieses Milieus wieder ohne uns diese schrecklichen Bilder ins Gedächtnis zu hämmern. Die Darstellung ist sehr gelungen.

Annette Schanz / Stipendiatin der Rosa Luxemburg Stiftung Dresden:
Der Film ist fabelhaft gelungen.

Stefan Baumgarth / Geschäftsführer des Internationalen Verlags Otto Sagner München Berlin Washington D. C. für Slawistik:
Der Film ist ein Meisterwerk.

Zeit der Namenlosen ist auf folgenden Webseiten aufgeführt:
KOK Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Frauenhandel Berlin
Aktionsbündnis gegen Frauenhandel
Amnesty International
Terre des Femmes


„Die beste aller möglichen Welten“ – Ein Nachruf

Maximilian Kaiser M.A. über den Film „Die beste aller möglichen Welten“ – Ein Nachruf:
Der Film setzt sich auf kritische Weise mit der Aussage von Gottfried Wilhelm v. Leibniz „Die beste aller möglichen Welten“ auseinander. Er beleuchtet den Preis, den die Entwicklungsländer für den Wohlstand der Industrienationen zu bezahlen haben.
Der ewige Wanderer K. durchläuft regungslos die Zeiten. Von Propaganda beschallt, betritt er „Das Haus der lebenden Toten“. „Das Haus, dem K. sich näherte, glich einem siechen Invaliden“.
Skurrile Gestalten bevölkern die Räume; der selig Schlafende, die Habgierhaber, die Völlereicrew und weitere Repräsentanten des Immergleichen, die Wiedergänger der Geschichte.
Das mystische Element wird von der „Grünen Frau“ verkörpert, die für das Vergessene steht. Schicksalsergeben folgt sie den namenlosen Herrn ins Ungewisse.
Conferencier Jeffrey Miller und seine Assistentin begleiten chamäleongleich durch die finstersten Auswüchse der Zivilisation; wie Menschenhandel in Demokratien, periodisch wiederkehrende Völkermorde als Tötungsfest... Ein niemals enden wollender Reigen des unsagbaren Unrechts.
Diverse Stimmen kommentieren das Geschehen.
„K. nahm wieder seinen Weg auf, etwas lag in diesem Wetterleuchten“.

Kritik zu „Die beste aller möglichen Welten“ – Ein Nachruf:
„Es herrscht permanenter Ausnahmezustand. Keine Chips, keine Popkorn erleichtern uns die Flucht vor den brennenden Lebensfragen die unbeantwortet bleiben. Es wird keine Absicht proklamiert. Vielmehr ist es die Stimmung des latenten Verlustes der Bodenhaftung, die uns erfasst, während unsere gedanklichen Fluchtlinien assozierend im freien Raum Halt suchen. Als hätte Franz Kafka ins Drehbuch geflüstert. Es ist kaum übertrieben zu behaupten, Marion Leonie Pfeifer hat mit ihrer verdichteten Bildsprache und suggestiven Erzählform ein neues Genre definiert. Andrei Tarkovsky hätte an diesem poetischen Reigen seine helle Freude gehabt“.
HW Müller (Filmfestveranstalter)

„Ein einzigartiger Film“ Esther Mohnweg (Autorin und Malerin / Berlin)

„Ein außergewöhnlicher Film“ Kino Casablanca Dresden


Mina

Maximilian Kaiser M.A. über den Film Mina eine unheimliche Geschichte:
Psychogramm einer Frau. Mutter zerbricht an Trauer um ihre kleine Tochter, die bei tragischem Unfall ums Leben kam.
Vater konnte das Unglück nicht verhindern. Wahn und Realität verschmelzen.
Ein Film über Liebe („Als ich dich traf war es, als fiele ein blendendes Licht auf etwas, das immer im Schatten gelegen hatte"), Verlust, Schuld und Trauer. Trauer die zu tief und umfassend scheint, um ihr zu begegnen und die schließlich in der komplexen und endgültigen Zerstörung der eigenen Person und dessen, was man am meisten geliebt hat, seinen letzten Ausweg findet. Es ist ein schleichender Tod, in dem das physische Weiterleben den eigentlichen Tod darstellt. „Der Weg restlos, viel zu restlos. Die Nacht kommt heran. Eine besondere Art von Licht umfängt mich. Auf ewig die Jahre mit dir, auf ewig die Stunden“.

Kritik zu „Mina eine unheimliche Geschichte“ aus Brokalhaus Filmfestivalkatalog d. g. F:
„Marion Leonie Pfeifers Psycho-gramm(kilo) hat eine derart verstörende Bild- und Tonsprache, daß wir hier die Geburt eines neuen Filmgenres miterleben dürfen. Düster, sinnlich, schwer verdaulich, aber weit über jeden filmischen Schmalspurtellerrand bundesdeutscher 1-plus-1-Filmerei.“ HW Müller (Filmfestveranstalter)

„...diese ungemein mutige und innovative Filmemacherin beschreitet neue Wege.“ Pressemitteilung


Geh' mit mir

Inge Bell über den Film „Geh’ mit mir“ Sexuelle Ausbeutung von Frauen:
Die Regisseurin Marion Leonie Pfeifer hat mit dem Film „Geh’ mit mir“ einen neuen Weg der Aufklärung über Menschenhandel beschritten.
Sie beschreibt auf beeindruckende und zugleich bedrückende Weise das Innenleben einer zwangsprostituierten Frau.
„Geh’ mit mir“ ist eine Mischung aus dokumentierten Einzelschicksalen und fiktionaler Innenschau. Im ersten Teil des Films werden die perfiden Strukturen des organisierten Verbrechens aufgezeigt, auf denen Frauenhandel basiert. Es werden in einer auseinanderklaffenden Wort-Bild-Sprache nüchtern und doch berührend vier Einzelschicksale geschildert – sie stammen allesamt aus den Akten von Menschenhandels-Prozessen. Der zweite Teil des Films ist in vielfältiger Weise künstlerisch überformt: hier wird der Leidensweg einer jungen Frau ganz aus ihrer Perspektive heraus dargestellt.

Texttafel aus „Geh’ mit mir“ zum Thema Menschenhandel:
Nach Zahlen der EU werden jährlich eine halbe Million Frauen und Kinder in Westeuropa in die Prostitution gezwungen. Die Vereinten Nationen sprechen von bis zu 700 000 Opfern des Frauenhandels. Nicht wenige NRO’s gehen von erheblich höheren Zahlen aus. Die Ursachen sind einerseits wirtschaftlicher Verfall, Armut, Kriege und Kriegsfolgen in den Rekrutierungsländern und andererseits die nicht enden wollende Nachfrage in den Industriestaaten. Internationale Organisationen schätzen den Gewinn durch Frauenhandel in Europa auf 7–13 Mrd US-Dollar jährlich. Die Zuwachsrate der letzten 10 Jahre beträgt 400 Prozent. Menschenhandel ist ein strukturelles Problem, mit erheblichen Auswirkungen und sozialökonomischen Schäden für alle von ihm betroffenen Ländern. Die seit langem bestehende und beim Heroinhandel bewährte Infrastruktur wird heute für den Frauenhandel genutzt. Menschenhandel ist eine extreme Form des organisierten Verbrechens und trotz Rekordumsätzen kaum im Bewußtsein der Bevölkerung. Mit dem Handel von Frauen werden höhere Gewinne erzielt, als mit illegalen Waffen- oder Drogengeschäften, ohne wesentliche Investitionen und Risiken. Die daraus resultierenden Gewinne fließen oft direkt in andere kriminelle Geschäftsbereiche ein und bilden so die Grundlage für ein konspiratives und kriminelles Wirtschaftssystem.
Quellen: Manfred Paulus, Oberkommissar BKA, Dr. Sr. Lea Ackermann, Gründerin der Menschenrechtsorganisation SOLWODI.

SZ FILMKUNST-TIPP Süddeutsche Zeitung


Abschied

Dr. phil. Katja Leonhardt über den Film Abschied:
„Abschied“ beschreibt auf skurrile Weise einen Vater-Sohn-Konflikt, den der Sohn mit sich allein austragen muss. Im Hintergrund stehen die unerfüllbaren Erwartungen des Vaters, an denen sich der Sohn gescheitert sieht. So versucht er, diesen Konflikt aufzulösen und „spaltet sich“ in drei Persönlichkeiten. Verzweifelt versucht er, von der vermissten Akzeptanz durch den Vater zur Akzeptanz durch sich selbst zu gelangen und sich seinen eigenen Wert zu erschließen. Dialog-Passagen aus Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ und Texte von Marion Leonie Pfeifer verschmelzen zu einem verzweifelten und auch zornigen Monolog.
Ein gelungenes Debüt!


Herr Mayer-Kröger (Leiter Kunstforum Arabellapark) über die Fotoausstellung „Strukturen der Baumrinden“:
Marion Leonie Pfeifer ist Fotografin und Hochschuldozentin. Sie entdeckte Chiffren, Codes und Zeichen in den Rinden einheimischer Bäume, lichtete sie ab, vergrößerte sie und eröffnet damit einen einzigartigen Mikrokosmos: Farben, Formen und Strukturen in einer natürlichen Vielfalt, die so nie wahrgenommen werden. Der Baum als Ursymbol und Kunstobjekt. Einzigartig! Marion Leonie Pfeifer wurde mit Fotodokumentationen über Münchner Obdachlose und Mailänder Grabstätten bekannt.